Brautkleid-Wissen · Bräuche & Mythen
Brautkleid-Bräuche und Mythen: Wer zahlt, warum Weiß, darf er es sehen?
Wer zahlt das Brautkleid, darf der Bräutigam es vorher sehen und warum heiratet die Braut eigentlich in Weiß? Die Antworten auf die häufigsten Fragen rund ums Brautkleid, dazu Mythen von Brautstrauß bis Polterabend.
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Wer zahlt das Brautkleid, darf er es sehen und warum eigentlich Weiß?
Rund ums Brautkleid gibt es viele Bräuche und Mythen. Die meisten sind charmant, keiner ist Pflicht. Hier findest du die Antworten auf die Fragen, die Bräute uns am häufigsten stellen, kurz, ehrlich und mit einem Augenzwinkern.
Das Wichtigste in Kürze:
- Wer zahlt? Früher die Brauteltern, heute meist die Braut selbst oder das Paar.
- Darf der Bräutigam das Kleid sehen? Der Brauch sagt Nein, ein First Look vor der Trauung ist heute aber völlig normal.
- Warum Weiß? Populär wurde das weiße Brautkleid durch Queen Victoria 1840.
- Regeln für die Kirche? Meist keine festen, bedeckte Schultern sind aber oft gern gesehen.
- Etwas Altes, Neues, Geborgtes, Blaues: ein englischer Brauch für Glück und Treue.
Wer zahlt das Brautkleid?
Heute gibt es keine feste Regel: Meist bezahlt die Braut ihr Brautkleid selbst oder das Brautpaar gemeinsam, oft beteiligen sich Eltern oder Großeltern.
Früher war das Sache des Brautvaters. Die Brauteltern bezahlten nicht nur das Kleid, sondern oft auch den Polterabend, die komplette Feier und sogar Kleidung und Übernachtung der Brautjungfern. Das ist längst überholt, auch in Deutschland gibt es keine feste Regel mehr. Wir haben im Laufe der Jahre schon fast jeden als Zahlenden erlebt. Unvergessen bleibt die beste Freundin, die bei der Anprobe drohte: „Du nimmst dieses Kleid jetzt auf jeden Fall, und wenn ich mich dafür in die Fußgängerzone stellen und singen muss!“
Womit du beim Budget rechnen solltest, liest du in unserem Ratgeber Was kostet ein Brautkleid?
Darf der Bräutigam das Brautkleid vor der Hochzeit sehen?
Nach altem Brauch soll der Bräutigam das Brautkleid vor der Trauung nicht sehen, weil das Unglück bringen soll. Heute entscheidet ihr das selbst: Viele Paare feiern den First Look ganz bewusst vor der Zeremonie.
Dahinter stecken gleich mehrere Erklärungen. Der verbreitetste Aberglaube: Böse Geister könnten dem Liebesglück schaden, wenn es vor der Hochzeit nicht geheim bleibt. Brautjungfern trugen deshalb oft ähnliche Kleider, um die Dämonen zu verwirren, und etwas Rotes im Brautstrauß sollte sie fernhalten. Aus denselben Gründen trägt der Bräutigam die Braut bis heute über die Schwelle. Eine weniger romantische Deutung stammt aus Zeiten arrangierter Ehen: Der Bräutigam sollte nicht mehr davonlaufen können. Und schließlich sollte das Kleid erst am Hochzeitstag fertig werden. Wer den Brauch ehren möchte, schneidet am Morgen einfach noch einen kleinen Faden ab.
Gilt das auch fürs Standesamt? Der Brauch unterscheidet nicht. Viele Paare sehen es beim zweiten Kleid fürs Standesamt aber entspannter, Ideen findest du bei unseren Standesamtkleidern. Und wer gemeinsam auf Brautkleidsuche gehen möchte: Auch das kann wunderschön enden, wie die DIY-Hochzeit von Lena und Michael zeigt.
Warum trägt die Braut ein weißes Brautkleid?
Weiß steht für Reinheit und Neuanfang. Richtig populär wurde das weiße Brautkleid aber erst, als Queen Victoria 1840 in Weiß heiratete.
Vorher heirateten die meisten Frauen in ihrem besten Kleid, auf dem Land oft in einem dunklen oder schwarzen Festtagskleid. Weiß war teuer und lange dem Adel vorbehalten. Kaiserin Sisi heiratete 1854 in einem ausladenden Kleid, das bis heute als Vorbild für romantische Prinzessinnen-Brautkleider gilt. Im 20. Jahrhundert setzte sich Weiß dann für alle Bräute durch.
Muss es Weiß sein? Natürlich nicht. Viele Bräute wählen Ivory, Pearl oder Nude, und auch ein farbiges Brautkleid ist längst keine Seltenheit mehr. Und auch wer zum zweiten Mal heiratet, darf selbstverständlich Weiß tragen – mehr dazu im Beitrag Brautkleid für die zweite Hochzeit.
Welche Regeln gelten für das Brautkleid in der Kirche?
Feste Vorschriften gibt es in den meisten Kirchen nicht. Bei einer kirchlichen Trauung sind bedeckte Schultern aber oft gern gesehen, ein Bolero, eine Stola oder Ärmel lösen das elegant.
Im Zweifel fragst du einfach im Pfarramt nach. Passende Begleiter findest du bei unseren Brautjacken und Boleros oder direkt bei den Brautkleidern mit Ärmeln.
Und noch ein Brauch für alle, die Wert auf Etikette legen: Unverheiratete Frauen gingen früher immer links neben dem Mann. Du wirst also am linken Arm deines Vaters oder Partners in die Kirche geführt und sitzt links. Nach der Trauung gehst du am rechten Arm deines Liebsten hinaus ins Eheglück.
Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes, etwas Blaues: Was steckt dahinter?
Der Brauch stammt aus England: Etwas Altes steht für die Herkunft, etwas Neues für die Zukunft, etwas Geborgtes für die Unterstützung von Freunden und etwas Blaues für Treue. Im englischen Original kommt noch ein Glückspfennig im Schuh dazu: „Something old, something new, something borrowed, something blue and a silver sixpence in her shoe.“
- Etwas Altes: Verbundenheit mit der Familie, zum Beispiel geerbter Schmuck.
- Etwas Neues: das neue Leben zu zweit, zum Beispiel dein Brautkleid aus unserer Kollektion.
- Etwas Geborgtes: Hilfe von Freunden. Am besten borgst du dir etwas von einer glücklich verheirateten Freundin.
- Etwas Blaues: Treue. Klassisch ist das blaue Strumpfband, heute auch gern blaue Schuhe oder ein farbiges Seidenband.
- Der Glückspfennig im Schuh: Wohlstand für die gemeinsame Zukunft.
Wann sollte man das Brautkleid kaufen?
Ganz entspannt planst du mit 8 bis 12 Monaten Vorlauf. Bei KUESSdieBRAUT geht es aber auch kurzfristig: Viele Kleider kannst du noch 8 bis 12 Wochen vor der Hochzeit kaufen. Alle Tipps für die Suche findest du im Ratgeber Vorbereitung auf den Brautkleidkauf.
Mythen, über die man flüstert
Bringt Regen am Hochzeitstag Pech?
Nein, im Gegenteil: In Deutschland heißt es „Hochzeitsregen bringt Segen“. Der Regen soll alle Tränen der Ehe schon am Hochzeitstag vergießen. Außerdem steht Regen für Fruchtbarkeit und Wachstum. Und ganz praktisch: Schirme, Pfützen und satte Farben machen besonders stimmungsvolle Fotos.
Warum wirft die Braut den Brautstrauß?
Wer ihn fängt, heiratet als Nächstes. Ursprünglich soll der Wurf aber ein Ablenkungsmanöver gewesen sein: Gäste rissen sich früher Stücke aus Kleid und Schleier, um etwas vom Glück der Braut zu ergattern. Nach altem Aberglauben wirft die Braut den Strauß übrigens tief gebückt zwischen den Beinen hindurch, damit die bösen Geister nicht sehen, woher das Glück kommt.
Was darf man beim Polterabend nicht zerschlagen?
Glas und Spiegel sind beim Polterabend tabu, denn sie stehen für das Glück. Porzellan, Keramik und Steingut dürfen dagegen scheppern. Der Krach soll böse Geister vertreiben, und das gemeinsame Zusammenfegen zeigt, dass das Paar Probleme zusammen meistert.
Bringen Perlen am Brautkleid Unglück?
Laut Aberglaube steht jede Perle für eine Träne in der Ehe. Heute gelten Perlen vor allem als Zeichen für Eleganz, du darfst sie also ruhig tragen.
Bringt ein wilder Junggesellenabschied Pech?
Der Aberglaube sagt: Was schiefgeht, ist ein Omen für die Ehe. Wir sagen: Ein gelungener Abend mit Freunden ist das beste Omen.
Warum schneidet das Brautpaar die Torte gemeinsam an?
Wer allein schneidet, hat in der Ehe angeblich das Sagen. Eigentlich ist es aber ein schönes Zeichen für Teamwork vom ersten Tag an, und ein tolles Fotomotiv.
Darf man den neuen Namen vorher üben?
Der Aberglaube warnt, sonst könnte die Hochzeit platzen. Heute ist das Üben eher praktisch, denn viele Unterlagen wollen unterschrieben werden.
Trash the Dress oder aufbewahren?
Traditionell bewahrt man das Kleid auf, um das Eheglück zu schützen. Beim modernen „Trash the Dress“-Shooting wird es bewusst im Meer oder im Matsch getragen. Richtig oder falsch gibt es nicht. Was du sonst mit deinem Kleid machen kannst, liest du in Brautkleid nach der Hochzeit.
Und was gibt es noch zu sagen?
Entscheide selbst, welcher Brauch zu dir und eurer Geschichte passt und welchen du getrost über Bord wirfst. Eure Hochzeit sollte sich vor allem für euch richtig anfühlen. Und wenn du uns danach ein Erinnerungsfoto schickst, zeigen wir es gern in unserer Real-Brides-Galerie. Be bride, be happy!
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